tierfabeln

Samstag, 13. Januar 2007

Die Mausefalle

Höchstbesorgt sah die Maus, dass der Bauer eine Mausefalle aufgestellt hatte:
Er wollte sie also töten! Sie begann alle anderen Tiere zu warnen:
"Vorsicht, eine Mausefalle! Vorsicht, eine Mausefalle!"

Das Huhn, das ihre Schreie hörte, wies sie zurecht:
"Meine liebe Maus, ich weiß, für dich ist das ein Problem,
aber mich betrifft es nun einmal gar nicht - also mach nicht so ein Gschrei!"

Die Maus wollte mit dem Schwein reden,
das aber unwirsch war, weil sie es aufgeweckt hatte:
"Da ist eine Mausefalle im Haus!"
"Ich verstehe ja deine Sorgen, bin auch ganz solidarisch", antwortet das Schwein.
"Ich werde heute Abend für dich beten, mehr kann ich nicht tun."

Die Maus fühlte sich mutterseelenallein und bat darauf die Kuh um Hilfe.
"Meine beste Maus, was habe ich damit zu tun?
Hast du schon einmal eine Kuh gesehen, die von einer Mausefalle getötet wurde?"

Als sie sah, dass sie keine Hilfe erhalten würde,
ging die Maus ins Haus und versteckte sich in ihrem Loch.
Sie blieb die ganze Nacht lang wach,
weil sie fürchtete, ein Unglück könne geschehen.

In den frühen Morgenstunden war ein Lärmen zu hören;
die Mausefalle hatte etwas gefangen.

Die Bäuerin kam herunter, um zu sehen,
ob die Maus getötet worden war.
Da es dunkel war, konnte sie nicht sehen,
dass die Falle nur den Schwanz einer giftigen Schlange zu Fassen bekommen hatte:
als sie herantrat, wurde sie gebissen.

Der Bauer, der die Schreie seiner Frau hörte,
wachte auf und brachte sie sofort ins Krankenhaus.
Sie wurde behandelt und kam dann nach Hause zurück.

Sie hatte aber weiterhin Fieber.
Da er wusste, dass es keine bessere Medizin gab als eine heiße Hühnerbrühe,
tötete der Bauer das Huhn.

Die Frau wurde wieder gesund,
und da beide in der Gegend sehr beliebt waren,
kamen die Nachbarn zu Besuch.
Dankbar für den Freundschaftsbeweis tötete der Bauer das Schwein,
um die Nachbarn zu bewirten.

Siene Frau war wieder gesund geworden,
aber ihre Behandlung sehr teuer gewesen.
So schickte der Bauer die Kuh zum Schlachthof und
beglich mit dem daraus erzielten Gewinn die Arztrechnung.

Die Maus dacht sich dabei: "Ich hatte sie doch gewarnt.
Wäre es nicht besser gewesen, das Huhn, das Schwein und die Kuh hätten begriffen,
dass ein Problem, das einer von uns hat, alle in Gefahr bringen kann?"

Samstag, 4. Juni 2005

Tierfabeln von griechische Dichter Äsop

Wer etwas Böses tun will, wird immer ein Argument finden, um es zu rechtfertigen.

Ein Wolf beobachtet ein Lamm, das an einem Bach seinen Durst löscht.
Fern von ihm, aber näher der Quelle, tut der Wolf das gleiche.
Er sucht nach einem Vorwand, das Lamm zu verschlingen, und
schreit: „Warum trübst du das Wasser, das ich trinken will?“
Das Lamm erwidert, das sei unmöglich: „Du stehst weiter oben am Bach.
Das Wasser fließt doch von dir zu mir, nicht umgekehrt.“

„Im letzten Jahr hast du mein Land angegriffen“, lässt der Wolf nicht locker, und
das Lamm versichert, es sei damals noch nicht einmal geboren gewesen.
„Du bist ein Meister in der Kunst, die anderen zu überzeugen,
aber dies sind doch nur Entschuldigungen“, sagt darauf der Wolf und tötet seine Beute.


Bitte niemanden um Hilfe, der es gewohnt ist zu verletzen.

Der Fuchs sprang über eine Schlucht, rutschte aus und
hielt sich an einem Dornenbusch fest, um nicht zu fallen.
Als er das Blut von seinen Pfoten rinnen fühlte, beschwerte er sich.
„Ich habe dich um Hilfe gebeten, und du hast mich verletzt.“
„Das ist deine Schuld“, entgegnete der Dornenbusch.
„Wusstest du nicht, dass ich dazu geboren wurde, diejenigen zu verletzten, die sich mir nähern?“


Mach nicht andere für dein Scheitern verantwortlich.

Der Fuchs hatte einen Riesenhunger.
Da sah er einen Weinstock mit vielen Trauben dran.
Er versuchte, die Trauben zu erreichen, aber sie hingen zu hoch.
Frustriert zog er weiter.
Um sich seinen Misserfolg nicht eingestehen zu müssen, brummte er:
„Die Trauben waren einfach noch nicht reif.“


Auch in aussichtslosen Situationen nicht aufgeben.

Zwei Frösche, die am Verdursten waren, kamen abends zu einem Bauernhof
und fanden dort eine Schüssel Milch.
Sie hüpften hinein und ließen es sich schmecken.
Doch als sie wieder ins Freie springen wollten,
war die Schüssel innen zu glatt,
und die Frösche rutschten in die Milch zurück.
Viele Stunden mühten sie sich vergeblich,
und ihre Schenkel wurden immer matter.
Da quakte der erste Frosch:
„Alles Strampeln ist umsonst, ich geb auf!“
Er versank in der Milch und ertrank.
Der zweite Frosch strampelte bis tief in die Nacht weiter.
Da fühlte er den ersten festen Butterbrocken unter seinen Füßen,
stieß sich mit letzter Kraft ab – und war frei.


Lasse nicht zu, dass deine Siege dich daran hindern, deine Grenzen zu erkennen.

Die Mücke sagte zum Löwen:
„Ich weiß, du bist stärker als ich, aber ich kann dich wahnsinnig machen.“
Und sie stach ihn den ganzen Tag lang in die Nase und
machte so seine großen Krallen und seine mächtigen Zähne lächerlich,
die gegen diese Qual nichts ausrichten konnten.
Stolz, dass sie den König der Tiere besiegt hatte,
flog die Mücke davon, um allen davon zu erzählen.
Doch gleich darauf geriet sie in ein feines Spinnennetz und wurde von der Spinne getötet.

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