Mittwoch, 12. Oktober 2005

Halloween

Was bedeutet das Wort „Halloween“?

Das Wort entstand aus dem Zusammenziehen der englischen Worte
„All hallows evening“ bzw. „all hallowed eve“
und bedeutet von daher „Abend aller Heiligen/Geheiligten“.
Der Name verweist auf das christliche Allerheiligenfest am 1. November.


Wann wird Halloween gefeiert?

Am Abend des 31. Oktober.
Kirchliche (wie jüdische) Feste beginnen jeweils mit dem Sonnenuntergang des Vortages.
So ist auch der Heiligabend (24. Dezember) nur der „Vorabend“
des Geburtstags von Jesus Christus am 25. Dezember.


Was wird zu Halloween gefeiert?

Das weiß wohl niemand so genau.
Die Feier des Festes wird vor allem auch durch Medien und Wirtschaft propagiert,
die damit die Herbstflaute kompensieren.
Katholische Christen feiern Allerheiligen,
evangelische Christen den Reformationstag,
Kapitalisten den Weltspartag.


Ist Halloween ein keltisches Fest?

Es gibt keine durchgehende Tradition der keltischen Kultur oder Religion.
Auch schriftliche Aufzeichnungen gibt es keine von den Kelten selbst.
Es ist aber wahrscheinlich,
dass das christliche Allerheiligenfest
einen früheren Erntedank- und Jahreswechseltermin übernommen hat.


Warum verkleidet man sich zu Halloween?

Dazu gibt es zwei Erklärungen:
Nach dem Abschluss der Ernte kamen Bettler (in Lumpen gehüllt),
um Almosen zu erbitten.

Die zweite Variante ist gruseliger:
Man verkleidet sich selbst als Gespenst,
um von den bösen Geistern nicht als Mensch erkannt zu werden
und um die eigene Angst zu überwinden.


Warum schnitzt man zu Halloween Kürbislampen?

Der Legende nach hat der Säufer Jack weder
in den Himmel noch in die Hölle Eingang gefunden
(er hatte auch dem Teufel einmal einen Streich gespielt).
Er erhielt aber eine Kohle,
die er in einer ausgehöhlten Rübe als Laterne mittrug.
In den USA wurde dann aus der Rübe ein Kürbis,
(dieser ist praktischer zum Aushöhlen).


Warum sammeln Kinder zu Halloween Süssigkeiten?

Das neue Jahr oder einen neuen Abschnitt mit Schenken zu beginnen,
soll Glück bringen (zumindest ist es ein guter Anfang).
Aus den Almosen für Bettler und Spenden für wohltätige Zwecke
wurde zu Halloween eine Kinderbeschenkaktion.


Was gibt es noch für Halloween-Bräuche?

Einander Streiche zu spielen
(teilweise sehr brutal: Zunageln von Türen, Verstecken von Autos)
gehört vor allem zum Brauchtum der jungen Erwachsenen in den USA.
Es ähnelt dem „In-den-April-Schicken“ am 1. April.
Parties und maskierte Umzüge ähneln eher unserem Faschingsbrauchtum
und sind nicht typisch für Halloween.


Was kann man zu Halloween in der Kirche machen?

Als Erstes bietet sich natürlich die Feier der Allerheiligenvesper an,
die mit Jugendlichen und Kindern sehr flott und ansprechend gestaltet werden kann.
Auch die Gestaltung einer Vigil (Nachtwache)
mit Einbindung des Lichtbrauchtums (Kürbisse)
oder der in die Dunkelheit verlegte Ansatz
der schon zu Allerseelen gehörigen Friedhofsprozession ist denkbar.


Was sagt Halloween über unser Verhältnis zum Tod aus?

Mit Christen halten Halloween-Fans fest,
dass der physische Tod keine endgültige Bedrohung für den Menschen ist;
auch dass es Leben nach dem Tod gibt.
Anders als Christen werden die Toten aber als bedrohlich,
bestechlich und uns missgünstig dargestellt, während wir hoffen,
dass die in Jesus Christus Auferstandenen mit uns im Geist Gottes verbunden sind
und dass wir füreinander und miteinander beten.

Samstag, 10. September 2005

Die Wege des Lebens

Zwei Wege boten sich mir dar, ich nahm den Weg, der weniger begangen war.
Und das veränderte mein Leben. (Robert Frost)


Der Weg des Lichtes

"Jahrelang habe ich die Erleuchtung gesucht", sagte der junge Mann.
"Ich fühle, dass ich kurz davor stehe.
Ich möchte wissen, welchen Schritt ich als nächstes tun soll."

"Und wie verdienst du deinen Lebensunterhalt?", fragte der Meister.
"Meine Eltern unterstützen mich."

"Der nächste Schritt besteht darin, eine halbe Minute in die Sonne zu blicken."

Nachdem er es getan hatte, trug ihm der Meister auf, die Felder ringsum zu beschreiben.

"Ich kann es nicht, der Glanz der Strahlen hat meine Augen geblendet."
"Wer in die Sonne starrt, wird am Ende blind.

Wer nichts als das Licht sucht,
überlässt den anderen die Verantwortung,
vergisst seine condition humaine
– nämlich was ihn als Mensch ausmacht –
und wird auch blind", war der Kommentar des Meisters.


Der Weg der Intoleranz

Während der Theatersaison in Chicago wurde die Schauspielerin Sarah Bernhardt
vom Bischof der Episkopalen Kirche heftig angegriffen,
indem er sie von der Kanzel herab als "die Hure Babylons" bezeichnete.

Als die Saison, in der das Haus immer ausverkauft gewesen war, zu Ende ging,
schickte die Bernhardt dem Bischof einen Scheck mit einem Brief:
"Ich gebe normalerweise, wenn ich in eine Stadt komme, 400 Dollar für Werbung aus.
Da Sie die Hälfte der Werbekosten bestritten haben,
erhalten Sie beiliegend einen Scheck über 200 Dollar für Ihre Gemeinde."


Der Weg des Tigers

Ein frommer Handwerker ging durch den Wald,
als er auf einen verkrüppelten Fuchs traf.
"Wie er sich wohl ernährt?", fragte er sich.
Da kam ein Tiger mit einem Tier zwischen den Zähnen heran,
stillte seinen Hunger und überließ dem Fuchs die Reste.

"Wenn Gott dem Fuchs hilft, wird er auch mir helfen", dachte der Handwerker.
Er ging nach Hause und wartete darauf, dass ihm die Engel etwas zu essen brachten.
Doch nichts dergleichen geschah.
Als er schon zu geschwächt war,
um das Haus zu verlassen und zu arbeiten,
erschien endlich ein Engel.
"Warum ahmst du den verkrüppelten Fuchs nach?
Steh auf, nimm dein Werkzeug und gehe den Weg des Tigers."


Der Weg des Mitgefühls

Ein junger Mann sagte zum Abt des Zen-Klosters:
"Ich würde gern in das Kloster eintreten,
aber ich habe nichts Bedeutendes gelernt.
Mein Vater hat mir nur das Schachspielen beigebracht,
was nicht gerade dazu angetan ist, zur Erleuchtung zu führen."

Der Abt bat um ein Schachbrett,
rief einen Mönch, wies ihn an,
gegen den jungen Mann zu spielen und
sagte dann: "Wer verliert, stirbt."

Der junge Mann fühlte, wie er um sein Leben kämpfte,
und das Schachbrett wurde zum Mittelpunkt der Welt.
Doch da er alle Strategien kannte,
war ihm bald klar, dass er den Mönch schlagen würde.
Er bereitete sich auf den letzten Angriff vor,
als er sah, dass sein Gegner den Blick eines Heiligen hatte.
Er begann absichtlich falsch zu spielen, um zu verlieren,
denn der Mönch würde der Menschheit nützlicher sein.

Unvermittelt warf der Abt das Schachbrett zu Boden.
"Du kannst mehr als nur Schachspielen", sagte er.
"Du weißt, dass der Weg zum Licht nicht nur über die Konzentration,
sondern auch über das Mitgefühl führt. Ich nehme dich als Schüler an."


Der Weg des Dichters
In nur drei Zeilen fasst in einem der schönsten
Gedichte der Weltliteratur Robert Frost die
condition humaine zusammen:

Zwei Wege boten sich mir dar,
ich nahm den Weg, der weniger begangen war.
Und das veränderte mein Leben.

Freitag, 9. September 2005

Der Zug des Lebens

Das Leben ist wie eine Reise im Zug:
Man steigt oft ein und aus, es gibt Unfälle,
bei manchen Aufenthalten angenehme Überraschungen
und tiefe Traurigkeit bei anderen.

Wenn wir geboren werden und in den Zug einsteigen,
treffen wir Menschen, von denen wir gauben,
dass sie uns während unserer ganzen Reise begleiten werden: unsere Eltern.

Leider ist die Wahrheit eine andere.

Sie steigen bei einer Station aus und lassen uns
ohne ihre Liebe und Zuneigung,
ohne ihre Freundschaft und Gesellschaft zurück.

Allerdings steigen andere Personen,
die für uns sehr wichtig werden, in den Zug ein. 

Es sind unsere Geschwister, unsere Freunde
und diese wunderbaren Menschen, die wir lieben.

Manche dieser Personen die einsteigen,
betrachten die Reise als kleinen Spaziergang.

Andere finden nur Traurigkeit auf ihrer Reise.

Und es gibt wieder andere im Zug,
die immer da und bereit sind,
denen zu helfen,
die es brauchen.

Manche hinterlassen beim Aussteigen eine immerwährende Sehnsucht...

Manche steigen ein, und wieder aus, und wir haben sie kaum bemerkt..

Es erstaunt uns, dass manche der Passagiere,
die wir am liebsten haben,
sich in einen anderen Wagon setzen
und uns die Reise in diesem Abschnitt
alleine machen lassen.

Selbstverständlich lassen wir uns nicht davon abhalten,
die Mühe auf uns zu nehmen,
sie zu suchen und uns zu ihrem Wagon durchzukämpfen.

Leider können wir uns manchmal nicht zu ihnen setzen,
da der Platz an ihrer Seite schon besetzt ist.

Macht nichts,
so ist die Reise:
voll von Herausforderungen, Träumen, Fantasien, Hoffnungen und Abschieden...
....aber ohne Rückkehr.

Also, machen wir die Reise auf die bestmögliche Weise.

Versuchen wir mit unseren Mitreisenden gut auszukommen,
und suchen wir das Beste in jedem von ihnen..

Erinnern wir uns daran,
dass in jedem Abschnitt der Strecke
einer der Gefährten schwanken kann
und möglicherweise unser Verständnis braucht.

Auch wir werden öfter schwanken und es wird jemanden geben, der uns versteht. 

Das große Mysterium
der Reise ist,
dass wir nicht wissen,
wann wir endgültig aussteigen werden
und genausowenig wann unsere Mitreisenden aussteigen werden,
nicht einmal der,
der gleich neben uns sitzt.

Ich glaube, ich werde wehmütig sein,
wenn ich aus dem Zug für immer aussteige..... Ja, das glaube ich.

Die Trennung von einigen Freunden,
die ich während der Reise traf,
wird schmerzhaft sein.
Meine Liebsten allein zu lassen,
wird sehr traurig sein.
Aber ich habe die Hoffnung,
dass irgendwann der Zentralbahnhof kommt,
und ich habe das Gefühl,
sie ankommen zu sehen,
mit Gepäck, das sie beim Einsteigen noch nicht hatten.

Was mich glücklich machen wird, ist der Gedanke,
dass ich mitgeholfen habe ihr Gepäck zu vermehren
und wertvoller zu machen.

Ihr meine Freunde, schauen wir darauf,
dass wir eine gute Reise haben und
dass sich am Ende die Mühe gelohnt hat.
Versuchen wir,
dass wir beim Aussteigen einen leeren Sitz zurücklassen,
der Sehnsucht und
schöne Erinnerungen bei den Weiterreisenden hinterläßt. 

Denen, die Teil meines Zuges sind,
wünsche ich
Gute Reise !

Samstag, 13. August 2005

Falsche Fragen

WAS IST WEISHEIT?

Eine Sufi-Geschichte erzählt von einem Mann, der in der Türkei lebte und von einem Großen Meister aus Persien hörte, von dem es hieß, er besitze das Geheimnis der Weisheit. Ohne zu zögern verkaufte er seine Habe, verabschiedete sich von seiner Familie und machte sich auf die Suche nach dem Mann. Nach jahrelanger Reise gelangte er zu der Hütte, in der der große Meister lebte. Voller Ehrfurcht ging er darauf zu und wartete auf den Weisen. „Ich komme aus der Türkei“, sagte er zur Begrüßung. „Ich bin den weiten Weg gekommen, um eine Frage zu stellen.“
„Gut. Du darfst nur eine Frage stellen.“
„Ich muss mich deutlich ausdrücken, daher möchte ich fragen, ob ich sie auf Türkisch stellen kann.“
„Das kannst du“, sagte der Weise. „Ich habe auf deine einzige Frage bereits geantwortet. Alles, was du noch wissen willst, das frage dein Herz. Es ist nicht notwendig, so weit zu reisen, um herauszufinden, dass es der Beste aller Ratgeber ist. “
Mit diesen Worten trat der Weise in seine Hütte und machte die Tür zu.

WARUM GOTT UNS NICHT GEHOLFEN HAT

Der Meister und sein Schüler wandern durch die Arabische Wüste. Der Meister nutzt jede Minute der Reise, um seinen Schüler im Glauben zu unterweisen. „Vertraue deine Angelegenheiten Gott an“, sagte er. „Denn er lässt seine Kinder nie im Stich.“ Als sie abends ihr Lager bereiteten, bat der Meister den Schüler, die Pferde an einem Felsen festzubinden. Der Schüler ging zum Felsen, und er erinnerte sich an das, was ihn der Meister am Nachmittag gelehrt hatte. „Der Meister wird mich prüfen wollen. Tatsächlich soll ich diese Pferde Gott anvertrauen“, dachte er und ließ die Pferde frei. Am nächsten Morgen stellte er fest, dass sie weggelaufen waren. Empört ging er zum Meister. „Ihr versteht nichts von Gott. Gestern habe ich gelernt, dass ich der Vorsehung blind vertrauen solle. Ich habe ihm die Pferde anvertraut, aber die Tiere sind verschwunden.“
„Gott hätte sich gern um die Tiere gekümmert“, antwortete der Meister, „aber hätte in jenem Augenblick deine Hände gebraucht, um sie festzubinden, doch du hast sie ihm nicht geliehen.“

ES REGNET, DARF ICH HINAUSGEHEN?

Eine alte buddhistische Geschichte erzählt von einem Mann, der während eines Gewitters durch ein Dorf kommt. Plötzlich sieht er, wie ein Haus zu brennen beginnt. Als er näher kommt, sieht er einen Mann, mit einem Blick als lodere Feuer bis zu den Augenbrauen, der ihm zuruft: „Regnet es?“
Der Reisende ist überrascht. „Dein Haus brennt!“, sagt er.
„Ich muss wissen, ob es regnet. Meine Mutter hat mir gesagt, vom Regen könne man eine Lungenentzündung bekommen.“
Zao Chi kommentiert die Geschichte: „Weise ist der Mann, der imstande ist, seine Haltung zu verändern, wenn die Situation es verlangt. Ein Narr ist der Mann, der nicht der göttlichen Hand vertraut, sondern nur den Antworten seinesgleichen.“

WELCHES IST DER ERSTE SCHRITT?

Ein Mann besuchte einen Eremiten in der Nähe des Klosters von Sceta. „Welches sollte der erste Schritt eines Menschen sein, der den spirituellen Weg gehen will?“, fragte er. Der Eremit führte ihn zu einem Brunnen und bat ihn, sein Spiegelbild im Wasser anzuschauen. Der Mann gehorchte, doch der Eremit begann kleine Steine in den Brunnen zu werfen, sodass die Wasseroberfläche sich bewegte.
„Ich kann mein Gesicht nicht richtig sehen, solange Ihr Steine in den Brunnen werft.“„Ebenso wie es unmöglich ist, dein Gesicht in aufgewühltem Wasser zu sehen, ist es unmöglich, Gott zu suchen, wenn der Geist wegen der Suche ungeduldig ist“, sagte der Mönch. „Stelle keine Fragen, gehe vertrauensvoll deinen Weg. Das wird immer der erste und wichtigste aller Schritte sein.“

Freitag, 29. Juli 2005

Mythos von der Psyche

Es war einmal . . . eine schöne, von allen bewunderte Prinzessin, um deren Hand jedoch niemand anzuhalten wagte. Verzweifelt wandte sich der König an den Gott Apollo. Dieser sagte ihm, man solle Psyche in Trauerkleidern auf einen Berg führen und dort allein zurücklassen. Noch vor Tagesanbruch werde ein Ungeheuer zu ihr kommen und sie zur Frau nehmen. Der König gehorchte, und die ganze Nacht lang wartete die Prinzessin oben auf dem Berg ängstlich und halbtot vor Kälte auf die Ankunft ihres Mannes.

Am Ende schlief sie dennoch ein. Als sie erwachte, fand sie sich, in eine Königin verwandelt, in einem schönen Palast wieder. Jede Nacht suchte ihr Mann sie auf, sie schliefen miteinander, aber er hatte ihr eines zur Bedingung gemacht: Psyche werde jeder Wunsch erfüllt, sie müsse nur unbedingtes Vertrauen zu ihm haben und dürfe niemals sein Gesicht sehen.

Lange Zeit war die junge Frau glücklich. Sie genoss die Bequemlichkeiten und verliebte sich immer mehr in den Mann, der sie jede Nacht aufsuchte und ihr so viel Zuneigung und Zärtlichkeit entgegenbrachte. Gleichzeitig überkam sie hin und wieder Angst, mit einem Ungeheuer verheiratet zu sein. Eines Nachts, kurz vor Tagesanbruch, als ihr Mann noch schlief, beleuchtete sie mit einer Laterne das Bett. Und sah Amor, einen Mann von unglaublicher Schönheit, neben sich liegen. Das Licht weckte ihn, er sah, dass die Frau, die er liebte, außerstande war, seinen einzigen Wunsch zu erfüllen, und verschwand.

Psyche versucht verzweifelt, ihre Liebe wieder zurückzuerlangen, und ist deshalb auch bereit, sich einer Reihe von Aufgaben zu unterziehen, die Venus ihr auferlegt. So musste Psyche zu Proserpina, der Göttin des Totenreichs, gehen, um dort ein Fläschchen mit Schönheitssalbe zu holen. Auf dem Rückweg kann Psyche nicht widerstehen. Sie öffnet das versiegelte Fläschchen und fällt von dem betäubenden Geruch in einen Schlaf, aus dem sie nicht mehr erwacht. Doch auch Amor ist verliebt, er bereut es, so engherzig mit seiner Frau umgegangen zu sein. Er schafft es, zu Psyche zu gelangen und sie mit der Spitze seines Pfeils aus ihrem tiefen Schlaf zu wecken. Er sagt zu ihr: Deine Neugier hat dich fast dein Leben gekostet. Psyche hatte geglaubt, im Wissen Sicherheit zu erlangen, fand aber nur das Gegenteil.

Beide gehen zu Jupiter, dem obersten Gott, und flehen ihn an, ihre Verbindung unsterblich zu machen. Jupiter setzt sich für die Liebenden ein und es gelingt ihm sogar, Venus’ Zustimmung zu erwirken. Von diesem Tag an sind Psyche (die Essenz des menschlichen Wesens) und Amor (die Liebe) immer zusammen. Wer das nicht akzeptieren kann und immer eine Erklärung für die Magie und das Geheimnis menschlicher Beziehungen sucht, wird das Beste, was das Leben ihm geben kann, verlieren.

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